Barrierefreiheit

Abgesenkte Bordsteinkanten erleichtern es Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, sich ohne fremde Hilfe durch ihre Stadt zu bewegen.

Barrierefreiheit im öffentlichen Leben

Abgesenkte Bordsteinkanten an Straßenübergängen, zusätzliche Rampen, breite Aufzüge und Liftsysteme bei Treppenauf- und abgängen, spezielle Neigetechniken bei Bussen – öffentliche Gebäude, Einrichtungen und Plätze werden zunehmend so gestaltet und modernisiert, dass ein barrierefreier Zugang gewährleistet ist. Das Abschaffen der Hürden und Stolperfallen macht das Leben für uns alle deutlich komfortabler und grenzt niemanden mehr aus. Eltern mit Kinderwagen oder Personen, die Gepäck transportieren müssen, profitieren ebenso davon wie Menschen mit Gehbehinderungen oder altersbedingten Mobilitätseinschränkungen.

Nachdem im Mai 2002 das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen in Kraft getreten ist, wird in allen öffentlichen Bereichen das Ziel, eine barrierefreie Umgebung zu schaffen, mit Nachdruck verfolgt und eingefordert.

Barrierefreies Wohnumfeld

Im Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) wurde für den öffentlichen Bereich eine Verpflichtung zur Barrierefreiheit verankert. § 4 des Gesetzes definiert, was barrierefrei in den verschiedenen Lebensbereichen bedeutet:

„Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.“

Im privaten Umfeld und in den eigenen vier Wänden wird Barrierefreiheit zumeist erst ein Thema, wenn ein Bewohner in seiner Mobilität eingeschränkt ist. Doch eine Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit kann jeden ganz unvermutet treffen. Wer beispielsweise nach einem Sportunfall mehrere Wochen ein Bein nicht belasten darf und auf Unterarmgehstützen angewiesen ist, kann nur mit Kraftanstrengung von Stufe zu Stufe hüpfend die anderen Etagen des Hauses erreichen. Für jüngere und trainierte Menschen ist dies eine Zeit lang sicherlich machbar. Problematisch wird die Situation bei einer länger anhaltenden oder dauerhaften Gehbehinderung und für ältere und körperlich geschwächte Menschen. In diesen Fällen können Stufen innerhalb der Wohnumgebung zu einem Hindernis werden, das ohne fremde Hilfe nicht zu überwinden ist.

Eine barrierefreie häusliche Umgebung ist für alle Altersgruppen sinnvoll. Für ältere Menschen kann sie eine ganz wesentliche Voraussetzung für eine selbstständige Lebensführung sein. Da die meisten Menschen sich wünschen, in der eigenen Wohnung alt zu werden, ist die Schaffung eines barrierefreien Wohnumfeldes ein wichtiger Bestandteil zur Vorsorge für das Alter.

Barrierefrei in den eigenen vier Wänden

In einer barrierefreien Wohnung sind körperliche Einschränkungen kein Grund für einen Wohnungswechsel.

Eine barrierefreie Wohnung bedeutet: Es müssen keine Stufen überwunden werden, alle Türen sind breit genug, um auch mit einem Rollstuhl durchzukommen, Bedienungselemente wie Armaturen, Lichtschalter, Türgriffe sind gut erreichbar, die Sanitäreinrichtungen sind so konzipiert, dass Haltegriffe für Sicherheit sorgen und Bade- oder Duschwanne leicht zugänglich sind, außerdem sollten alle Bodenbeläge rutschfest und trittsicher sein.

Neben den baulichen Voraussetzungen ist eine Wohnung nur dann barrierefrei, wenn auch die Einrichtung entsprechend angepasst wird. Also keine Stolperkanten durch übereinanderliegende Teppiche oder unzweckmäßige Einrichtungsgegenstände und keine Möbel, an denen man leicht anecken könnte und die z. B. für Bewohner, die im Rollstuhl sitzen, schwer zu erreichen und zu benutzen sind.

Zweckmäßige Veränderungen bei der Einrichtung lassen sich im Bedarfsfall zumeist schnell umsetzen. Erforderliche Umbauten und Wohnraumanpassungen bedürfen hingegen einer weitgehenderen und sorgfältigen Planung, bei der die jeweiligen baulichen Gegebenheiten berücksichtigt werden müssen.

BGV Info Gesundheit e.V. • Heilsbachstr. 32 • 53123 Bonn • E-Mail: info(at)bgv-info-gesundheit.de

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