Barrierefreies Wohnen - auch mit Treppen möglich

Bei Wahl des Treppenlifts auf Qualitätskriterien achten

Bonn, 15.07.09 Mehr als 15 Prozent aller Menschen in Deutschland sind jenseits der 70 – ein gesellschaftlicher Wandel mit rasch steigender Tendenz. Damit wächst unaufhaltsam auch die Anzahl älterer Menschen, die an Gehbehinderungen und die Mobilität einschränkenden Gebrechen leiden. Doch auch Jüngere können durch Unfall oder Krankheit in ihrer Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt sein. Neben der barrierefreien Gestaltung einzelner Räume ist insbesondere das Überbrücken von Stufen und Treppen ohne fremde Hilfe eine große Herausforderung für den notwendigen Umbau der Wohnung. Denn der Wunsch, selbstständig in den eigenen vier Wänden zu bleiben, ist allen gemein. Die kostenlose Broschüre „Barrierefrei Bauen und Wohnen“, herausgegeben vom Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz BGV, zeigt die wichtigsten Aspekte auf, die beim barrierefreien Neubau oder Umbau zu beachten sind.

Wie man im Alter wohnt, wird im Idealfall schon beim Hausneubau entschieden. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist es ratsam, vorausschauend zu handeln und an veränderte Ansprüche bei einer Einschränkung der Mobilität zu denken. Die meisten Menschen allerdings müssen sich „im Fall der Fälle“ mit den vorhandenen baulichen Gegebenheiten ihrer Wohnung auseinandersetzen. Der Aufwand für die Umbauten ist abhängig von der vorhandenen Wohnsituation, den individuellen Anforderungen und den Bedürfnissen der Bewohner. Prinzipiell sollten – wie auch beim Neubau – ausreichende Bewegungsflächen, breite Durchgänge, barrierefreie Bad- und Kücheneinrichtungen umgesetzt und Bodenschwellen beseitigt werden.

„Eines der grundlegendsten Probleme für mobilitätseingeschränkte Bewohner ist das Überwinden von Treppen“, so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand des BGV. „Aber Dank moderner Aufzugs- und Liftsysteme, die nahezu jeder Wohn- und Treppensituation angepasst werden können, lässt sich ein barrierefreies Wohnumfeld schaffen und der sonst notwendige Umzug verhindern“.

Doch vor der Anschaffung beziehungsweise Installation sollte man unbedingt sorgfältig prüfen, welches System sich für die jeweilige individuelle und häusliche Situation am besten eignet. Immerhin geht es nicht nur um eine Entscheidung für die persönliche Lebensqualität. Auch die Kosten einer solchen Investition können leicht Größenordnungen erreichen, die dem Kauf eines Klein- oder Mittelklassewagens gleichkommen. Um bei der Fülle unterschiedlicher Produkte nicht den Überblick zu verlieren, ist es sinnvoll, sich an bestimmten Qualitätskriterien zu orientieren. Dazu gehören Technik, Sicherheit und Komfort des Lifts ebenso wie optimale Anpassung, Wartung und der Kundenservice.

„Auf keinen Fall sollte man einen Kaufvertrag sofort unterschreiben oder gar eine hohe Anzahlung akzeptieren“, warnt Hackler vor den schwarzen Schafen der Branche. In jeder größeren Stadt gibt es Wohnberatungsstellen, die einem kompetent und unabhängig helfen. Der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz hat in dem kostenlosen Ratgeber „Barrierefrei Bauen und Wohnen“ die wichtigsten Aspekte von der Planung bis zur Finanzierung zusammengefasst. Er beschreibt zudem detailliert in einer Checkliste, welche Qualitätskriterien bei der Anschaffung eines Treppenlifts zu beachten sind. Bestelladresse: BGV, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Broschüren-Download im Internet unter www.bgv-barrierefrei.de