Barrierefreiheit und
altersgerechtes Wohnen auch ohne Umbau möglich
Deutsche Wohnungen selten
altersgerecht
Bonn, 18.03.10 Obwohl durch den
demografischen Wandel der Bedarf stetig steigt, gibt es in Deutschland gerade
mal etwa 400.000 Wohnungen (ein Prozent), die den Maßstäben altersgerechten
Wohnens genügen. Dem steht bei insgesamt elf Millionen Seniorenhaushalten in
Deutschland ein Bedarf von rund zweieinhalb Millionen Wohneinheiten mit
altersgerechter Ausstattung gegenüber.* Der Bundesverband für Gesundheitsinformation
und Verbraucherschutz – Info Gesundheit e.V. (BGV) möchte dazu beitragen, dass
das Thema „Barrierefreier Wohnraum“ mehr Beachtung findet.
Die Anzahl älterer Menschen, die
an Gehbehinderungen und anderen, die Mobilität einschränkenden Gebrechen leiden,
wächst unaufhaltsam. Doch auch Jüngere können durch Unfall oder Krankheit in
ihrer Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt sein. Der Wunsch, in solchen
Situationen in der vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben, ist dabei allen
gemein. Aus diesem Grund empfehlen Fachleute aus Wissenschaft und Praxis,
Wohnungen schon bei der Planung, spätestens jedoch bei anstehenden
Modernisierungsmaßnahmen, vorausschauend und entsprechend altersgerecht zu
gestalten.
Das Thema „Wohnen im Alter“ wird
von Bauherren aber noch zu sehr vernachlässigt. Die Gründe hierfür sind
vielfältig. So kann nicht immer vorausgesehen werden, wie lange man in seiner
Wohnung letztendlich bleiben kann. Ein Jobwechsel oder andere Lebensumstände
können einen Umzug veranlassen, bevor das altersgerechte Wohnen wirklich Thema wird.
Oft scheitern die Umbaumaßnahmen auch an den notwendigen finanziellen Mitteln. „Möchte
oder kann man sich mit der Entscheidung für eine Umbaumaßnahme nicht
auseinandersetzen, ist die Anschaffung eines Treppenlifts zum Zeitpunkt des
Bedarfsfalls eine gute Alternative zur kostenintensiven barrierefreien
Ausstattung“, empfiehlt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand des BGV. Mittlerweile
gibt es für fast jede Wohnsituation eine passende Liftart. Ein Treppenlift
kostet in der Regel zwischen 3.000 und 15.000 Euro, ist also wesentlich
günstiger als ein Umbau der gesamten Wohnung. Ob Sitzlifte, Hub- oder
Plattformlift, häufig wird die Liftanschaffung schon ab Pflegestufe 1
finanziell von der Krankenkasse unterstützt. Wenn diese Option wegfällt, kann
man einen Lift auch gebraucht kaufen, oder sich diesen durch die Hausbank bzw.
den Anbieter finanzieren lassen. In jeder größeren Stadt gibt es
Wohnberatungsstellen, die kompetent und unabhängig helfen. „Wir haben in dem
Ratgeber „Barrierefrei
Bauen und Wohnen“ die wichtigsten Aspekte von der Planung bis zur Finanzierung
zusammengefasst“, so Hackler. Die kostenlose Broschüre enthält auch eine Checkliste, die
detailliert aufzeigt, welche Qualitätskriterien bei Anschaffung eines Treppenlifts
zu beachten sind. Bestelladresse: BGV, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn
oder im Internet unter www.bgv-barrierefrei.de
* Repräsentative Befragung
des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) im Auftrag des Bundesbauministeriums,
wonach in knapp 23 Prozent der befragten Haushalte Menschen mit
Bewegungseinschränkungen leben. Hochgerechnet auf die insgesamt elf Millionen
Seniorenhaushalte in Deutschland müssten somit rund zweieinhalb Millionen
Wohneinheiten altersgerecht ausgestattet sein.